Wunderkit Open Betatest – Ein erster Eindruck

Die Berliner Softwareschmiede 6Wunderkinder hat sich ins Zeug gelegt und ist nun vom geschlossenen Beta Status in den Open Beta Status gewechselt. Ab sofort können sich alle User, die Interesse an der Online Projektverwaltung von 6Wunderkinder haben,  einen Login auf der Webseite erstellen.

Ich habe bereits vor knapp zwei Wochen Zugang zu Wunderkit erhalten und möchte Euch meinen ersten Eindruck nicht vorenthalten. Mal schauen, ob Wunderkit $4.99 im Monat wert ist.

wunderkit_open-betatest

1. Anmeldung

Wer ein Apple-Gerät sein eigen nennt, wird auf den ersten Blick feststellen, dass Wunderkit so aussieht, als ob es aus in der Softwareabteilung des Elektronikriesen entwickelt wurde.
Die Anmeldung selber geht denkbar einfach, entweder über einen Connect-Button mit dem Facebook oder Twitter Login oder alternativ über einen eigenen Wunderkit Account.

2. Dashboard

Nach der Anmeldung landet man im Dashboard von Wunderkit und wird erst mal erschlagen von zahlreichen Social Media Funktionen. So findet sich hier eine Übersicht der eigenen Follower, wem man folgt, über die wichtigstens Tasks, wer alles online ist und welche Leute neu hinzugekommen sind. Nun ist das auch nicht ganz verwunderlich, dass es hier gleich so viele Social Media Kontakte gibt, denn es handelt sich um eine Open Beta, bei der jeder auf den selben Account zugreift. In einem eigenen Projektbereich, das sich über sogenannte Workspaces managen lässt sieht es dagegen deutlich ruhiger aus. Momentan gibt es aber leider noch keine Möglichkeit das Dashboard zu bearbeiten und den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen.

3. Workspaces

Eigene Workspaces lassen sich recht simpel über ein einfaches Plus anlegen. Name anlegen und jetzt noch entscheiden, ob der Workspace öffentlich oder privat ist und schon sind wir fast fertig. Anschließend kann man über die Social-Media Funktion andere Kollegen oder Mitarbeiter hinzufügen. Durch die Facebook und Twitter Integration von Wunderkit lassen sich auch Freunde dieser beiden Plattformen recht einfach einladen. Ist jemand nicht bei Facebook und Twitter zu finden geht es ganz einfach über die E-Mail.

4. Tasks und Notes

Innerhalb der Workspaces gibt es aktuell zwei integrierte Module: Tasks und Notes.

Der Aufgabenbereich ist ähnlich aufgebaut wie das bereits bekannte Tool Wunderlist, wodurch eine Aufgabe recht fix angelegt ist. Man kann ein Erledigungsdatum hinterlegen sowie taggs und Personen, die für die Aufgabe zuständig sind, hinzufügen.  Für etwas mehr Übersicht gibt es eine Gruppierungsfunktion. Was ich bei den Aufgaben besonders vermisse ist ein Rich-Media Editor, um z.B. Titel fett zu gestalten oder wichtige Infos zu unterstreichen.

Nachdem die Aufgabe erstellt ist, können alle beteiligten Personen eine Diskussion starten, was gerade für Ideen sehr hilfreich ist. Über ein Herz kann man einen Task auch einfach „Liken“.

Der Notizbereich ist deutlich simpler aufgebaut. Hier kann man einfach Notizen anlegen und taggs zuordnen. Allerdings bringt das taggen bei Notizen im Gegensatz zu den Tasks noch nicht viel, denn mir ist bisher nicht ersichtlich, wo ich mir alle Beiträge mit einem bestimmten Keyword anzeigen lassen kann. Bei den Tasks geht es, allerdings ziemlich versteckt und man muss das Keyword auch kennen.

Mein Fazit

Wunderkit sieht schick aus und hebt sich damit etwas aus dem Projectcollaboration Jungle hervor. Aber mehr als schick aussehen kann es bisher noch nicht. Dafür ist es schlicht zu schwach auf der Brust.

Gut, man muss Wunderkit natürlich zugestehen, dass sich das Tool im Open Beta Status befindet und mit Sicherheit noch nicht alle Funktionen freigeschaltet sind. Bisher jedenfalls fehlen selbst ganz banale Dinge, die man von einem Projektmanagement-Tool erwartet:

- fehlender Kalender mit Übersicht aller Termine

- keine Keywordübersicht

- Dateimanagement nicht vorhanden

- Meilensteine kennt Wunderkit ebenfalls nicht

- Rich-Media Editor fehlt

- das Dashboard ist nicht konfigurierbar

- Unterkategorien von Workspaces nicht möglich

- keine Rechteverwaltung für Mitglieder, entweder können Sie etwas sehen oder nicht

Dazu kommt, dass es für meinen Begriff etwas zu viel „Social“ gibt. Viele Leute aus meinem Netzwerk haben keinen Twitter Account und Facebook wollen sie nicht für die Arbeit nutzen. Von daher werden Sie mit den Funktionen etwas überfordert sein, wenn man Wunderkit als Alternative zu den gängigen Projektmanagement-Lösungen vorschlägt. Die Sprache ist ein weiteres übel. Ich habe selber nichts gegen Englisch, aber nicht jeder Deutsche ist der Sprache mächtig. Eine deutsche Version ist also ein absolutes „must have“ :) .

So lange aber wichtige Funktionen fehlen, kommt für mich ein Einsatz von Wunderkit sowieso nicht in Frage.  Für $4.99 im Monat schon gar nicht. Da nutze ich lieber die schwedische Software Podio, die $8 im Monat kostet, aber Wunderkit in Sachen Funktionen um Längen schlägt. Dafür ist Podio aber auch sehr nüchtern und etwas unübersichtlich.

Legen die Berliner hier aber deutlich nach, dann gibt es zumindest eine Hoffnung , dass endlich mal eine gescheite Projektmanagement-Lösung den Markt in Bewegung versetzt. Und wenn sie dann auch noch aus Deutschland kommt, umso besser :)

In diesem Sinne, viel Spaß beim fleißigen testen. Anmerkung: Wunderkit für Mac und iPhone sind jetzt auch erhältlich. Mehr dazu bei T3N

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Über Henryk

Henryk Lippert beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit E-Commerce, Online Marketing, Multichannel, Internationalisierung & Usability. Dabei konnte er ein umfassendes Wissen aufbauen. Henryk Lippert lebt in London und arbeitet hauptsächlich in England und Deutschland.

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