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  • Henryk Lippert

Insolvenzgefahr nach Relaunch durch vergessene 301 redirects vermeiden!

Aktualisiert: 18. Feb.


Man mag es nicht glauben, aber immer wieder erreichen mich Anfragen, ob ich die Rankings retten kann, nach dem eine Agentur oder die Entwicklungsabteilung den Shop-Relaunch durchgeführt haben und der Traffic in den Keller rauscht. Das ganze ist am ende sogar so bedrohlich, dass die Insolvenz droht. Ich zeige Ihnen wie sie den Absturz vermeiden und gestärkt aus dem Relaunch hervorgehen!


Ich habe vor einiger Zeit mal wieder ein Notfall-Projekt übernommen, bei dem der Kunde nach dem Relaunch fast in die Insolvenz geschlittert ist, da seine vermeintlich tolle „Full-Service-Agentur“ nicht darauf hingewiesen hat, dass bei einem Technologiewechsel inkl. Änderungen der Kategorie- und Artikelstruktur das Setzen von 301 Redirects unabdingbar ist.

Kosten des Relaunches: Fast 50.000 EUR. Kosten für den Organic-Einbruch im Laufe von 6 Monaten nach dem Relaunch: Ein sechsstelliger Schadensbetrag.*

Irgendwie kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen, dass es noch immer E-Commerce-Agenturen gibt, die diesen wichtigen – man kann schon fast sagen – “Industrie”-Standard immer noch nicht vernünftig einzusetzen wissen. Auf Grund dieser Erfahrung und der hohen Relevanz für Shopbetreiber möchte ich das Thema an dieser Stelle aufgreifen und kurz erklären, worum es bei 301 redirects genau geht und warum das setzen so wichtig ist.

Folgende Ausgangslage: Google hat eine für den Suchbegriff „Tolles Produkt“ auf Position 3 in den SERPs die folgende URL indiziert:

mein-shop.de/kategorie-ABC/tolles-produkt-12345.html

Im Rahmen eines Shoptechnologiewechsel (z.B. von xt:Commerce zu Shopware) ändert sich zwar nicht die Haupt-URL des Shops, aber die Struktur. Der Artikel ist im neuen Shop nun unter der folgenden URL erreichbar:

mein-shop.de/tolles-produkt

Der neue Shop verzichtet demnach auf die Angabe der Kategorie in der URL und auf die Artikelnummer inkl. der Endung “.html”. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, da das Produkt und demnach die URL durch den Verzicht auf die Kategorieangabe, die nicht zum Keyword bzw. der Sucheingabe passt, an Relevanz gewinnt. Allerdings kennt Google nach dem Relaunch ohne Hinweis das neue Produkt und die neue URL noch nicht. Google wird demnach bei der nächsten Indizierung den alten Artikel, der unter der URL

mein-shop.de/kategorie-ABC/tolles-produkt-12345.html

erreichbar ist, aus dem Google-Index schmeißen, sobald diese URL nach dem Relaunch auf einen 404 läuft. Wenn man nun Glück hat indiziert Google zwar das neue Produkt sehr schnell, doch auf Grund der fehlenden Historie und Verknüpfung zur alten URL wird dieser Artikel nun beispielsweise erst mal auf Position 85 angezeigt, statt auf Position 3. Wie lässt sich dieser Einbruch nun verhindern? Ganz Einfach: 301 redirects. Dieser Code sagt Google nichts anderes, als

  • Google, schau mal hier: das ist meine alte URL für den Artikel mein-shop.de/kategorie-ABC/tolles-produkt-12345.html

  • Wir sind mit diesem Produkt auf die folgende URL umgezogen: mein-shop.de/tolles-produkt

  • Der Inhalt ist aber grundsätzlich der selbe

Google wird durch das Setzen des 301-Signal nun die neue URL besuchen und dann „i.d.R.“ die alte URL durch die neue URL im Index ersetzen. Das muss am Ende zwar nicht zwangsläufig heißen, dass die Position bestehen bleibt, aber die Wahrscheinlichkeit ist zumindest sehr groß, vorausgesetzt es haben sich nicht allzuviele Inhalte geändert (z.B. neue oder fehlende Produkt/Kategoriebeschreibungen usw.).

Wie kann man einen 301 redirects setzen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Die klassischste und einfachste Möglichkeit ist das setzen der 301 redirects in der htaccess-Datei. Hierbei kann es allerdings bei sehr vielen Redirects zu Performance-Problemen kommen, da bei jedem Aufruf immer erst mal die Links in der htaccess geprüft werden. Viele Shopsysteme bieten daher noch andere Möglichkeiten, z.B. durch eigene Weiterleitungs-Plugins oder eine Logik, wo URLs direkt in die Datenbank geschrieben werden.

Das ist definitiv weniger Performancehungrig, da die Datenbank nicht jedesmal mit mehreren tausend Prüfungen belastet wird, sondern lediglich bei der jeweiligen URL im Einzelfall prüft und ein Ergebnis inklusive Redirect zurückliefert. Häufig gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, da die Produkte i.d.R. eine individuelle Artikelnummer haben. Hier kann ein guter Entwickler beispielsweise eine Logik programmieren, bei der über die Artikelnummer ein automatischer Redirect in der Datenbank angelegt wird. Teilweise lässt sich das auch über die htaccess regeln. Sprechen Sie Ihre Agentur oder Ihren Entwickler darauf an, diese wissen mit Sicherheit eine Lösung!

Wenn das Kind im Brunnen ist, wie kann man es retten?

Ehrliche Aussage: Sind die Indizierungen von Google erst mal gelöscht ist das Ganze eigentlich so gut wie unumkehrbar. Was zumindest etwas Abhilfe verschaffen kann ist das zügigeNachrüsten der Redirects und das anschließende Melden der alten URLs an Google mittels XML-Sitemap. Sobald Google die URLs besucht wird es die Redirects feststellen. Da Google quasi alle URLs in einem riesigen historischen Speicher vorhält, besteht zumindest eine Restchance, dass einige URLs wieder im Index auftauchen. Wichtig hierbei: Keine Zeit verlieren! Ansonsten kann man nur durch viel harte Arbeit – im oben genannten Beispiel durch Unterstützung eines SEO-Profis – seine Hausaufgaben machen, um mittelfristig wieder an Sichtbarkeit zu gewinnen.

Hat man bei dem Shop-Relaunch nicht alles verkehrt gemacht und nach neusten Standards programmiert (CSS3, HTML5, Responsive…), dann besteht darüber hinaus die Hoffnung, dass man mittelfristig sogar gestärkt aus der Angelegenheit heraus kommt. Nur muss man die quälende Zeit auch erst mal überstehen, denn dies kann zwangsläufig auch für einige heißen, dass sie die Türen zuschließen müssen.



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